Teichbau: Wie lege ich einen Folienteich an? DIY Anleitung und Tipps

Folienteich anlegen

Wir möchten hier eine kurze, dennoch detaillierte Anleitung geben wie Sie einen Folienteich anlegen. Von Hintergrundwissen, der Planung, der Berechnung von Teichfolie und dem eigentlichen Anlegen des Teichs begleiten wir Sie mit unserer DIY Anleitung!

Folienteich

Folienteich

Teich-Skitze

Skizze der verschiedenen Teichzonen

Der Teichbau mit Teichfolie ist die beliebteste Möglichkeit einen Gartenteich zu bauen, denn gute Teichfolien sind besonders robust und lange haltbar. Der Bau ist zwar insgesamt etwas aufwendiger als der eines Fertigteichs, jedoch schaffen Sie vor allem mit großen Folienteichen mehr Lebensraum für Pflanzen, Fische und andere Lebewesen und können durch eine ausreichende Teichtiefe das überwintern der Tiere im Teich ermöglichen.

1. Teichform und Größe markieren

  • Nachdem der Standort für den Gartenteich festgelegt wurde, markieren Sie die Form und Größe des Teiches mit Sand, Schnur oder mit dem Gartenschlauch.
  • Beachten Sie aber, dass auch noch Platz für die Filteranlage sein muss, die Sie verwenden wollen.
  • In manchen Fällen -­ je nach Größe des Teichs – sollte auch der Filterbereich abgesteckt werden.
Teichumriss

Teichumriss anlegen

2. Ausheben der Teichgrube

  • Heben Sie entlang der zuvor festgesteckten Markierung die Teichgrube von außen nach innen aus. Gestalten Sie das Teichprofil stufenförmig mit verschiedenen Pflanzzonen (2.1 siehe Teichzonen).
  • Beginnen Sie mit der Sumpfzone mit einer Tiefe – 10 bis 20 cm -, dann mit der Flachwasserzone – 20 bis 60 cm – und zum Schluss mit der Tiefwasserzone ab 60 cm. Für Koi sollte die Wassertiefe, mindestens 120 cm sein, im Winter sogar 150 bis 200 cm.
  • Das Gefälle zwischen den einzelnen Pflanzzonen sollte 30° nicht überschreiten, damit Pflanzkörbe und Steine nicht ins tiefere Wasser rutschen können.
  • Entfernen Sie beim Graben scharfkantige Steine und Wurzeln, damit später die Folie nicht beschädigt wird und glätten Sie anschließend alle Flächen. Sollten Sie auf ihrem Rasen ein leichtes Gefälle haben, prüfen Sie mit einer Wasserwaage den waagrechten Einbau des Gartenteichs.
  • Bauen Sie um den Teich eine 10 cm breite und tiefe Kapillarsperre. Die Kapillarsperre verhindert, dass Pflanzen und Wurzeln am Teichrand dem Teich kein Wasser entziehen können (2.2 siehe Teichrand und Uferzone). Natürlich können Sie die Kapillarsperre auch gleich beim Ausheben der Teichgrube anlegen.
  • Der Aushub kann später gut für die Gestaltung des Ufers oder für den Bau eines Bachlaufs genutzt werden.
ausgehobene Teichgrube

ausgehobene Teichgrube

So berechnen Sie die richtige Foliengröße:

  • Folienlänge: Teichlänge + 2x Teichtiefe + 60 cm Rand
  • Folienbreite: Teichbreite + 2x Teichtiefe + 60 cm Rand
Berechnung der Teichfolie und des Schutzvließ

Berechnung der Teichfolie und des Schutzvließ

3. Teichfolie-Teichvlies verlegen

  • Die Teichfolie lässt sich an wärmeren Tagen besser verlegen, sie passt sich der Form des Teichs besser an und bildet weniger Falten. Kältere Temperaturen lassen die Folie versteifen.
  • Breiten Sie die Teichfolie zunächst komplett aus (soweit möglich). Ziehen Sie die ausgebreitete Folie nun über die Teichgrube und verlegen Sie diese möglichst faltenfrei. Glätten Sie anschließend alle Flächen und reinigen die Teichgrube von Steinen und spitzen Gegenständen.
  • Ruckartige Zugbelastungen an der Folie sollten vermieden werden.
  • Damit sich die Folie nach dem Einlegen noch besser an die Teichgrube anpasst, empfiehlt es sich, den Teich mit 30 bis 50 cm Wasser zu befüllen. Empfehlenswert ist es, wenn sich die Folie einen Tag lang setzen kann, damit sie sich der Teichform optimal anpasst.
  • Bedecken Sie die einzelnen Pflanzzonen mit einer 5 bis 10 cm dicken Schicht aus gewaschenem Kies. Damit bedecken Sie zum einen die Teichfolie und zum anderen lassen sich Teichpflanzen hier sehr gut einsetzen. Kies hat zudem den Vorteil, keine Nährstoffe ins Wasser abzugeben. Füllen Sie daher niemals Muttererde zur Bepflanzung in den Teich.
  • Sind die Pflanzzonen mit Kies bedeckt, können Sie damit beginnen, den Teich mit Wasser zu füllen.
Schutzvließ verlegen

Schutzvließ verlegen

Kleiner Tipp:

  • Befüllen Sie den Teich nach und nach. Es ist für Sie leichter die Teichpflanzen im Trockenen einzusetzen. Sind Sie mit einer Teichzone fertig, können Sie den Teich weiter befüllen bis zum endgültigen Wasserstand.
  • Schneiden Sie überschüssige Folie nicht zu früh ab. Durch den Wasserdruck zieht sich die Teichfolie noch in die endgültige Lage. Lassen Sie beim Abschneiden der überschüssigen Folie mindestens 5 cm Überstand.
  • Befestigen Sie abschließend den Teichrand mit Steinen oder Steinplatten und fertig ist ihr Gartenteich.
  • Teiche, die größer als 5 bis 6 m² sind, sollten mit Teichfolie angelegt werden. Welche Teichgröße sinnvoll ist und was es zu beachten gibt erfahren Sie hier.
ausgelegte Teichfolie und Schutzvließ

Teichfolie und Schutzvließ ausgelegt

Das benötigte Material auf einen Blick:

Teichzonen im Folienteich

Teichzonen anlegen

Starten Sie ihr Teichprojekt jetzt, denn Gewässer im Garten trägt zur Verschönerung bei.

2.1 Teichzonen im Gartenteich

  • Bei der Gestaltung eines Gartenteichs sollte man die Tiefenzonen eines natürlichen Gewässers nachbilden und nicht nur eine einheitliche Tiefe anlegen.
  • Wie man einen Gartenteich grundsätzlich anlegt, zeigt die folgende Aufstellung.
  • Ideal ist die Gliederung des Gartenteichs in die drei Hauptzonen, Sumpfzone, Flachwasserzone und Tiefwasserzone.
  • Bei Folienteichen können Sie die unterschiedlichen Teichzonen frei gestalten.
  • Bevor Sie aber den ersten Spatenstich setzen, fertigen Sie zunächst eine Skizze von Ihrem Teich mit den entsprechenden Teichzonen an. Planen Sie dabei auch Standort von Filter, Bachlauf und Lichtspielen mit ein.
  • Die Teichzonen spielen für die spätere Teichbepflanzung eine ganz wichtige Rolle, denn nicht jede Pflanze wächst an jeder Stelle im Teich gleich gut. In jeder Zone wachsen später Teichpflanzen die bestimmte Funktionen erfüllen.
Folienteich mit Bepflanzung

Folienteich mit Bepflanzung

Sumpfzone:

  • Die Sumpfzone ist eine breite und flache Uferzone mit einer Tiefe von 10 bis 20 cm.
  • Die maximale Breite sollte ca. 30 cm betragen. Diese Zone sollte rund 1/3 der Teichoberfläche ausmachen.
  • In diesen Zonen werden hauptsächlich Sumpfpflanzen eingesetzt. Diese können den Teich am Rand optisch aufwerten. Da sich hier auch viele Tiere wie Vögel und Frösche aufhalten und als Tränke oder Versteck nutzen, sollte diese Zone nicht zu steil gestaltet werden.

Flachwasserzone:

  • Die Flachwasserzone schließt sich übergangslos oder getrennt durch Kies und Steine an die Sumpfzone an und sollte mindestens eine Tiefe von 20 bis 60 cm aufweisen. Die maximale Breite sollte 30 bis 50 cm betragen.
  • Diese Zone ist besonders wichtig, da hier viele Teichpflanzen wachsen sollen, die Nährstoffe sowohl aus dem Boden als auch aus dem Wasser aufnehmen und somit übermäßiges Algenwachstum verhindern.

Tiefwasserzone:

  • Die Tiefwasserzone beginnt ab ca. 60 cm Tiefe, sollte bei Fischteichen aber eine Mindesttiefe von 90 bis 120 cm haben, mit Koi 150 bis 200 cm, damit sich der Teich im Sommer nicht so schnell aufheizt und im Winter nicht komplett zufrieren kann.
  • Die Grundfläche der Tiefwasserzone sollte – je nach Fischbesatz– mindestens 3 m² betragen.

2.2 Teichrand und Uferzone

Der Teichrand und die Uferzone kann je nach Lage des Teichs unterschiedlich gestaltet werden. Beim Teichrand ist die Einarbeitung einer Kapillarsperre wichtig.

Der Teichrand und die Uferzone können vielfältig gestaltet werden. Die Ideen reichen von Steinen, die um den Teich gelegt werden und somit den Teich vom Rasen abgrenzen, bis hin zum gepflasterten Weg, der um den Teich oder zu einer angrenzenden Terrasse führt. Es gibt viele Möglichkeiten den Teichrand mit Steinen und auch Holz attraktiv zu gestalten. Wer Wert auf viel Grünes legt, der kann auch komplette Pflanzenbeete anlegen. Besonders schön wirken hier die vielen Staudenarten und Gräser.

Kapillarsperre einbauen:

Beim Bau eines Folienteiches sollte man generell immer eine Kapilarsperre einbauen. Dies ist eine Vertiefung in der Größe einer Dachrinne, die einmal rund um den Teich verläuft. Sinn und Zweck der Kapillarsperre ist es, dass das umgebene Erdreich und angrenzende Graswurzeln dem Teich kein Wasser entziehen können. Würde es keine Kapillarsperre geben, würde der Boden aufgrund der Kapillarwirkung das Teichwasser regelrecht aus dem Teich saugen, so dass der Teich ständig Wasser verlieren würde. Vor allem bei kleinen Teichen gilt dies zu beachten.

Oder wollen Sie sich einen Badeteich anlegen? Dann beachten Sie…:

Schwimmteich oder Badeteich

Schwimmteich oder Badeteich

Ein Schwimmteich, auch Badeteich genannt, verlangt bestimmte Anforderungen, damit er dauerhaft genutzt werden kann. So sollte der Teich mindestens 35 m² Fläche aufweisen, damit die biologische Regeneration funktioniert und gleichzeitig eine ausreichende Schwimmfläche bereitsteht. Zudem sollte der Teich mindestens 1,35 m tief sein. Sie brauchen also einen großen Garten.

Um ein versickern des Wassers zu verhindern, muss auch bei einem Schwimmteich eine Folie oder eine GFK-Wanne verwendet werden. Eine Wanne aus Beton oder Tonmaterial ist auch möglich. In den meisten Fällen wird eine Folie als Abdichtung für den Schwimmteich verwendet.

Für mehr Informationen zum Bau eines Schwimmteiches lesen Sie mehr auf unserem Artikel „Teichbau: Der Badeteich – Schwimmteich“.

Bei der Formgestaltung des Teiches gilt:

Besser lang und oval als kreisförmig. Der Zugang zum Schwimmbereich muss eine Steganlage haben. Evtl. notwendige Versorgungsleitungen für Wasser, Gas oder Strom sollte man mit einplanen.

Nicht unterschätzt werden darf außerdem die Kostenfrage:

Eine schöne, große Schwimmteichanlage kann schnell ein paar tausend Euro kosten.

Besucherzahl ermitteln:

Bei einem 42 m² großen Schwimmteich mit einer Tiefe von 1,50 m und einer Länge von 10 m und einer von Breite 4,20 m beträgt das Wasservolumen 63 m³.

Ohne Aufbereitungsbereich wird die Besucherzahl folgendermaßen ermittelt:

  • Nutzungsvolumen (m³) : 10 = Besucherzahl
  • oder, wie in unserem Beispiel: 63 m³ : 10 = 6,3 Besucher pro Tag.

Mit einem Aufbereitungsbereich wird die Besucherzahl erhöht.

Wenn von unserem Beispielteich etwa 1/3 als Aufbereitungsfläche abgetrennt werden (14 m²), können nach folgender Formel weitere zusätzliche Besucher das Bad benutzen:

  • (Aufbereitungsbereich in m² x 2) : 10 = zusätzliche Besucher
  • unser Beispiel: (14 m² x 2) : 10 = 2,8 Besucher
Teich mit Goldfischen

Teich mit Goldfischen

Somit können sich nun zusammengerechnet 9 Personen pro Tag in unserem Teich tummeln. Diese ist ein grober Richtwert der biologischen Aufbereitungskapazität. Bei schönem Wetter dürfen es auch mehr sein.

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