Befall durch Fischegel (Piscicola geometra)

Befall durch Fischegel (Piscicola geometra)

In Mitteleuropa wird meistens der Piscicola, ein fast fünf Zentimeter langer Egel, beobachtet, welcher an den beiden Körperenden scheibenförmige Saugnäpfe besitzt. Mit diesen heftet sich der Fischegel am Fisch- Koikörper fest und saugt Körpersäfte sowie Blut der Fische. Sind die Fische- Koi von ihm massenhaft befallen, werden sie immens geschwächt und somit anfälliger für diverse andere Erkrankungen. Grade bei jungen Fischen kann dieses schnell bis zum Tode führen. Weiter bringen die Fischegel eigene Krankheiten mit sich und können diese an die Fische übertragen.

Fischegel im Wasser https://www.teich-haelterung-koi-shop.com/

Fischegel im Wasser https://www.teich-haelterung-koi-shop.com

Meist beobachtet man Fischegel, die als blinder Passagier mit den Teichwasserpflanzen in den Teich gelangen. Sie vermehren sich recht schnell, dass sie nicht wählerisch bei Ihren Wirtstieren sind. Sobald der Fischegel seinen Wirt gefunden hat, geht es auch schon los mit der Blutentnahme. Die Vermehrung findet statt sobald 2 Egel im Teich sind. Die Fortpflanzungsperiode ist recht lang und die aus dem Eikokon schlüpfenden jungen Fischegel sind bereits nach 21 Tagen geschlechtsreif.

Wundern Sie sich nicht falls Sie in Ihrem Teich die kleinen Fischegel finden, diese sind weit verbreitet und kommen in den unterschiedlichsten Gewässern, Flüssen, Bächen, Seen, Weihern und Teichen vor. Lediglich ein erhöhter Pflanzenanteil im Teich reicht schon aus das sich diese Tierchen heimisch fühlen.

Sie sind sich nicht sicher ob das gefundene Tier ein Fischegel ist?

Um die richtige Behandlung für Ihre Fische zu garantieren ist die korrekte Diagnose der Krankheiten und Parasiten elementar. Erkennen können Sie dies recht einfach. Der Fischegel „Piscicola geometra“ gehört zur Gruppe der Fischegel (Ichthyobdellidae). Er hat einen langen drehrunden, grünlich-braun gescheckten Körper von bis zu 10 cm Länge, welcher ca. 20-mal länger ist breit ist. Die tellerförmigen Saugnäpfe sind deutlich auf beiden Seiten zu erkennen, da sie recht groß im Verhältnis zum Rest des Tieres sind. Das Vorderteil des Tieres können Sie an den 4 Augen erkennen, welche trapezförmig auf der Oberseite des Egels zu finden sind. Durch die bekannten Merkmale ist er also recht einfach zu erkennen und man kann ihn gut von anderen Egelarten unterscheiden.

Fischegel-Befall – Wie kommt der Parasit in den Teich?

Wie alle Egel ist der Fischegel ein Zwitter, benötigt jedoch zur Fortpflanzung einen Geschlechtspartner mit dem er sich wechselseitig paaren kann. Die Eier werden in Kokons auf Steinen und Pflanzen oder an Totholz abgelegt, erkennen können Sie diese an der dunkelbraunen, länglich ovalen Form der Kokons. Die Egel können sich über einen sehr langen Zeitraum vermehren und die Fortpflanzungsperiode beginnt, wenn die Wassertemperatur über die ca. 5°C-Marke ansteigt. Sie endet erst wieder im Herbst, wenn die Wassertemperatur unter 8°C absinkt. Bemerkenswert ist das jeder Kokon nur ein Ei enthält, aber die Egel über mehrere Tage bis zu 50 solcher Kokons legen können. Das schlüpfen hängt dann stark von der Temperatur des Gewässers ab. In warmen Gewässern sind die Embryos nach ca. 2 Wochen am Schlüpfen und brauchen 21 Tage zur Geschlechtsreife.

Video: Bitte gib die korrekte URL an.

Da der Egel ein sehr guter Schwimmer ist hat er es natürlich auch sehr einfach seinen Wirt zu erreichen. Er lauert in den Pflanzen und reagiert auf jede Bewegung im Wasser. Hat er mal einen Fisch erkoren, saugt er sich schnell mit einer Seite am Fisch fest und löst sich erst dann von der Pflanze ab. Die Fische merken das natürlich und reagieren auf sowas mit schnellen Bewegungen um den Egel abzuwerfen. Der Egel ist nicht blöd und hat dagegen seine Taktik angepasst. Somit saugt sich der Egel am Anfang, wenn er auf den Fisch übersiedelt, erst einmal mit einer Seite fest und setzt den zweiten Saugnapf unmittelbar daneben. Er vermeidet dadurch eine große Angriffsfläche und kann nicht abgeschüttelt werden. Beruhigt sich der Fisch wieder setzt er erst zur richtigen Saugstelle am Fisch an. Der Egel bleibt meist mehrere Tage bis Wochen an seinem Wirt bis er komplett vollgesaugt „seinen Hunger“ gestillt hat. Danach fallen die Parasiten einfach vom Fisch ab und sind erneut in den Pflanzen oder Wurzel aufzufinden. Bis der Egel wieder auf neue Beute aus ist kann sehr lange dauern.

Was kann ich dagegen tun?

Eigentlich kann man nicht viel gegen die Fischegel (Piscicola geometra) machen. Die Pflanzen, Steine oder das Totholz kontrollieren und mögliche gefundene Egel entfernen. Am besten wäre es die Pflanzen in eine separate Biozone zu setzen, an desssen Übergang ein Sieb angebracht ist. Somit können die Egel nicht auf die andere Seite des Teiches zu den Fischen-/ Kois schwimmmen. 100 % Sicherheit gibt es natürlich auch hier nicht.

Ein Gedanke zu “Befall durch Fischegel (Piscicola geometra)

  1. Pingback: Befall durch Ankerwürmer (Lernaea) - Ratgeber Teichbau & Koi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.